Die Kommission hat eine gezielte Konsultation zu Private-Equity-Exits gestartet. Im Kern geht es um Exit-Hürden in der EU, die Illiquidität privater Märkte und die mögliche Ausgestaltung einer Plattform für intermittierenden Sekundärhandel in Anteilen privater Unternehmen. Für PE- und Growth-Investoren in Europa ist das der wichtigste regulatorische Impuls der Woche.
PwC ordnet die Konsultation als Baustein der Savings and Investments Union ein: Ziel sei, Liquidität im Private-Market-Segment zu verbessern, Exit-Optionen zu verbreitern und zugleich neues Kapital für private Wachstumsunternehmen zu mobilisieren. Relevant ist vor allem, dass Brüssel offen über einen eigenen regulatorischen Rahmen oder Sandbox-Ansatz für sekundäre Handelsfenster nachdenkt.
CVC berichtet für 2025 über 23 Mrd. Euro Zuflüsse und ein Wachstum der fee-paying AUM in Credit, Secondaries und Infrastructure um 12 Prozent. Besonders bemerkenswert: CVC kündigt an, dass ein Private-Equity-Secondaries-Produkt für den Private-Wealth-Bereich im ersten Quartal 2026 auf Kurs sei. Das unterstreicht, dass Secondaries in Europa weiter vom Spezialthema zum skalierbaren Vertriebsprodukt werden.
Mit dem „Wachstumsfonds II“ beginnt in Deutschland das Fundraising für einen neuen milliardenschweren FoF mit Fokus auf den europäischen Venture-Markt. Für den PE-/Secondaries-Blick wichtig: Der Fonds kann neben VC-Fonds und Co-Investments ausdrücklich auch in Venture-Debt-Fonds und Secondaries investieren. Das ist kein Österreich-spezifischer, aber klar EU-relevanter Hinweis auf breiter werdende Liquiditäts- und Portfoliosteuerungsinstrumente in privaten Märkten.
Die juristische Einordnung aus dem Markt bestätigt den Richtungswechsel: Die EU adressiert nicht nur Kapitalzufluss, sondern direkt die Exit-Seite privater Märkte. Besonders relevant sind die Fragen zu Teilnehmerkreis, Disclosure-Anforderungen und zur Abgrenzung gegenüber klassischen Handelsplätzen. Das könnte mittelfristig den europäischen Sekundärmarkt institutioneller und planbarer machen.